Copilot-App-Update: Was ab 18.08.2026 gilt

Copilot-App-Update: Was ab 18.08.2026 gilt

Microsoft hat am 18.08.2026 begonnen, die Copilot-Apps für Web, Desktop und Mobile zu vereinheitlichen. Die sichtbarste Änderung für Unternehmen ist technisch: Die Web-App wechselt von m365.cloud.microsoft auf copilot.cloud.microsoft, mit automatischer Weiterleitung, sofern die neue Adresse im Netzwerk nicht blockiert ist (Microsoft Partner Center).

Damit fällt eine Trennung, die Microsoft zwei Jahre gepflegt hat: eine App für Privatnutzung, eine für Arbeit. Beides läuft künftig in einer App mit unterschiedlichen Kontokontexten. Für Betriebe entstehen daraus zwei konkrete Aufgaben, eine im Netzwerk und eine in der Anwenderschulung.

Netzwerkfreigabe prüfen, bevor Anwendende anrufen

Microsoft empfiehlt ausdrücklich, sicherzustellen, dass copilot.cloud.microsoft nicht durch bestehende Netzwerk-, Proxy-, Firewall- oder Zugriffsrichtlinien blockiert wird, und *.cloud.microsoft gegebenenfalls in die Allowlisten aufzunehmen. Die frühe Vorschau der aktualisierten Windows- und Mac-Desktop-App startete am 18.08.2026, der breite Rollout beginnt Mitte September 2026.

In Betrieben mit restriktiver Proxy-Konfiguration ist das der wahrscheinlichste Störfall der kommenden Wochen. Er äussert sich nicht als Fehlermeldung mit Bezug zu Copilot, sondern als leere Seite oder Zeitüberschreitung. Wer die Freigabe vor Mitte September prüft, spart eine Reihe unspezifischer Supportmeldungen.

Kontotrennung wird sichtbar gemacht

Die Benutzeroberfläche erhält klarere Kontokennzeichnungen: Kontobezeichnungen, unterschiedliche Hintergründe und ein grünes Schild für Microsoft-Entra-Arbeitskonten. Name und Symbol der App werden vereinfacht. Sicherheits-, Compliance- und Governance-Steuerungen bleiben laut Microsoft unverändert.

Die Herstellerdokumentation hält zusätzlich fest, dass Konten getrennt bleiben und keine Daten zwischen persönlichem Microsoft-Konto und Arbeits- oder Schulkonto fliessen (Microsoft Support). Das ist die Zusicherung. Die Praxis hängt davon ab, ob Mitarbeitende erkennen, in welchem Kontext sie gerade arbeiten. Genau dafür ist das grüne Schild gedacht, und genau darauf sollte eine kurze interne Notiz hinweisen: Ohne Schild kein Geschäftsdokument.

Vier Funktionen entfallen für Consumer-Konten

Ab dem 18.08.2026 werden mehrere Funktionen der Consumer-App eingestellt. Group-Chat-Threads, Nachrichten und darin erzeugte Bilder werden nicht übernommen. Podcasts werden entfernt und lassen sich weder erstellen noch aufrufen, einzelne Podcasts können vorher aus der Bibliothek gesichert werden. Deep Research wird in der Consumer-App eingestellt (Microsoft Support).

Für zahlende Fachnutzende verweist die Berichterstattung auf Researcher als Nachfolger der Deep-Research-Funktion, während Microsoft parallel eine Reihe wenig genutzter KI-Funktionen streicht (TechCrunch). Wer in Kleinbetrieben Recherchen bisher in der Gratisvariante mit Privatkonto erledigt hat, verliert damit einen Arbeitsschritt und sollte ihn in eine lizenzierte Umgebung verlagern, nicht in ein anderes Privatkonto.

Was die Bereinigung über die Produktstrategie sagt

Die Vereinheitlichung ist kein Funktionsgewinn, sondern eine Konsolidierung. Microsoft reduziert Oberflächen, streicht Funktionen mit geringer Nutzung und bündelt die Weiterentwicklung. Für die Planung in KMU folgt daraus eine nüchterne Regel: Arbeitsprozesse nicht auf Funktionen aufbauen, die in der Gratisvariante liegen oder erkennbar am Rand des Produkts stehen. Prozessrelevant ist, was lizenziert, dokumentiert und administrierbar ist.

Dazu passt der zweite Bewegungsmelder aus derselben Woche: Microsoft ergänzt gleichzeitig die Verwaltungsebene, etwa mit dem Consumption Dashboard für Copilot-Credits in Viva Insights und autoritativen SharePoint-Websites für die Copilot-Suche (Microsoft Learn Release Notes). Der Schwerpunkt verschiebt sich von neuen Chatfähigkeiten zu Steuerbarkeit und Kostentransparenz.

Drei Massnahmen für die nächsten drei Wochen

1. Netzwerkfreigabe testen. copilot.cloud.microsoft aus dem Firmennetz aufrufen, bei Blockade *.cloud.microsoft in Proxy und Firewall freigeben, vor Mitte September 2026.

2. Kurzhinweis an alle Nutzenden. Zwei Sätze mit Screenshot des Kontoindikators: Arbeitsdokumente ausschliesslich im Arbeitskonto mit grünem Schild, private Anmeldungen nicht mit Geschäftsdaten verbinden.

3. Consumer-Abhängigkeiten prüfen. Wo im Betrieb wird die Gratisvariante mit Privatkonto für Arbeitsaufgaben genutzt? Diese Stellen erhalten entweder eine Lizenz oder eine klare Regel, keine Zwischenlösung.

Freigabe bleibt der Fixpunkt

Der Kontowechsel ändert nichts an der Verantwortlichkeit für Ausgaben. Wer KI-gestützte Texte, Folien oder Auswertungen nach aussen gibt, benötigt eine benannte prüfende Person und einen kurzen Nachweis der Freigabe. Der Vorteil der neuen Kontokennzeichnung liegt darin, dass sich die Frage «in welchem Kontext ist das entstanden» erstmals aus der Oberfläche beantworten lässt.

Wie sich Copilot-Aufgaben mit Freigabepunkten verbinden lassen, zeigt der Beitrag Copilot Cowork delegiert mehrstufige Aufgaben in Microsoft 365. Die Grundregeln für den Alltagseinsatz haben wir im Beitrag 5 Regeln für KMU zur täglichen KI-Nutzung zusammengestellt. Beide Beiträge liefern die Vorlage für die interne Kurznotiz zur Kontotrennung.

Nächster Schritt

Sie wollen den Rollout Mitte September ohne Supportstau überstehen? Buchen Sie ein Erstgespräch von 30 Minuten auf ai-trainingcenter.ch/kontakt. Wir prüfen Netzwerkfreigabe und Kontosituation, formulieren die interne Kurznotiz und entwickeln zwei bis drei kundenspezifische Prompts live in Ihrer Terminologie, mit Ihren Datenquellen und Freigabepfaden.